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It just takes some time, little girl you're in the middle of the ride, everything's gonna be alright everything's gonna be just fine!

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Über

Willkommen, Leute!

Dies ist nicht mein erster Blog, aber er stellt im Vergleich zum alten (Teenie-Probleme in mehr oder weniger tiefgründigen Gedichten) etwas ganz anderes dar.

Grundsätzlich möchte ich mich nicht auf bestimmte Inhalte beschränken, sondern über alles schreiben, was mir in den Sinn kommt. Ich freue mich schon auf überraschende Ergebnisse.

Dass sonst jemand gierig auf Einträge wartet, kann ich mir  (noch) kaum vorstellen. Darum versuche ich vor allem, meinen eigenen Vorstellungen gerecht zu werden. Diese sind, eine schöne Mischung aus Alltag, Gefühlen, interessanten Ereignissen und ein bisschen Politik/Lebensphilosophie aus meinem Studentenleben zu gestalten.
(Das Design spielt dabei eine untergeordnete Rolle.)

Hoffentlich bin ich, um regelmäßig zu schreiben, nicht zu gestresst oder zu faul - was sich zu widersprechen scheint, aber eigentlich auf dasselbe hinauskommt.

Ich werd' mein Bestes geben!

               ICH WÜNSCHE MIR (FAST) NICHTS MEHR, ALS
               (POSITIV-KRITISCHE ) KOMMENTARE!!

Alter: 26
 
Universität: Juridicum in Wien



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Blog

Die vermeintliche Wahrheit. Geschichte einer traurigen Selbsterfahrung.
 

Es ist nicht immer gut, sein Leben auf einem Tablett vor sich herzutragen, wie es in social networks wie facebook und studiVZ passiert. Das ist die Erfahrung, die du einmal machst. Es geht nicht schleichend, nicht langsam. Schlagartig bemerkst du es.
 
Und zwar dann, wenn dein social network-profil längst nicht mehr dich, sondern bloß deine Partynächte darstellt. Es zeigt bloß das, was publicitytauglich ist. Geeignet, das Image als großartiger, geselliger Mensch mit vielen Freunden und viel Spaß zu unterstützen
 
Du bemerkst es auch dann, wenn du Menschen kennen lernst, die bereits alles über dich zu wissen scheinen. Und vor allem dann, wenn du das Gefühl hast, aufgrund einer Internetseite bewertet zu werden. Nicht ausschließlich, aber auch, und zu einem immer größer werdenden Teil.
 
Und deine zwischenmenschliche Beziehung hat nichts Geheimnisvolles mehr. Neugier ist nicht notwendig, Interesse höchstens beschränkt. Erzählungen und Antworten werden unterbrochen mit „Richtig, das hab’ ich auf facebook gelesen!“.
Und du kannst nichts mehr verbergen, um dich vor einem durchbohrenden Blick zu schützen. Du bist wehrlos gegen die vermeintliche Wahrheit, die dir aber am Ende das tiefere, eigentliche Kennenlernen verwehrt.
 
Und der Moment der Erkenntnis kommt, wenn es Menschen betrifft, die es nicht betreffen soll. Die du magst, vielleicht sogar liebst. Sie fragen dich nach Dingen, die sie gar nicht wissen können! Oder tun es nicht, und vermeiden die Aussprache über ihre Gedanken zu deinem Profil. Oder sie glauben, was sie online sehen, entspricht tatsächlichen Persönlichkeit. Du bist geschockt. Und wenn der Augenblick der Erkenntnis da ist, bewirkt er zuerst das vollständige Löschen des Inhalts deines Profils. Dann vielleicht der Seite als ganzes. Denn das Gefühl macht Angst.
 
Und du willst lieber ganz andere Dinge tun. Ausgehn, mit angreifbaren Freunden reden. Menschen sehen. Die bescheuerten Gruppennamen vergessen, die Verbrüderung vortäuschen. Dabei hat doch JEDER schon mal in den Kühlschrank gesehn, wenn er nicht weiter wusste. Wer, der einen iPod hat, liebt ihn nicht? Und wer hätte nicht gern Strand vor seiner Tür?
Es ist unglaublich, wie man Sozialisierung mittels Generalisierung, Freundschaft mittels Selbstbezug (und -trug), Nähe durch Oberflächlichkeit imitieren und die angebliche Erreichung dieser Eigenschaften bis zur absoluten Pervertisierung ästhetisieren kann.
 

Man sollte jede Aktion auf facebook und Konsorten als (unwiderrufliche) Entscheidung ansehen. Und sie dementsprechened überlegen. Jede Öffentlichkeit sollte eine gewisse persönliche Privatsphäre bewahren, sie nur umschließen, anstatt sich mit ihr zu identifizieren. So auch die virtuelle nicht.

 
Wie befreiend es ist, alles rückgängig zu machen. Schade, dass man manches nicht rückgängig machen kann. Und wie leicht es wäre, alles als "Jugendsünden" zu bezeichnen.
 
Aber sowie die Panik vor der Durchsichtigkeit nachlässt, lässt auch die eigene Konsequenz nach. Und bald zögert man, auch noch die ganzen tollen Fotoalben zu vernichten. Falls doch mal jemand was sehen möchte... und es sind ja so schöne Fotos!
 
Schrecklich.
1.2.10 00:34


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Fin-de-siècle

Wie man meinem vorhergehenden Kommentar entnehmen kann, fasziniert mich die Epoche um die Jahrhundertwende, vor allem in Wien, ziemlich. Auch wenn ich das inzwischen nicht mehr ganz so leidenschaftlich sehe, wie nach der Lektüre von Stefan Zweig, bin ich immer noch der Meinung, dass diese Epoche für das Verständnis Österreichs heute sehr wichtig ist.
Immerhin verlor Wien innerhalb von wenigen Jahren seine absolute Vormachtstellung in Mitteleuropa im politischen Sinn, und ungefähr zur selben Zeit seinen Charakter als kulturelles europäisches Zentrum.
Wie diese Wende auf die Wiener wirken musste, kann ich nur erraten: es wurde aus ihnen, was sie heute sind.
Aber im Ernst, ich denke, dass der Erste Weltkrieg, fast mehr als der Zweite, für die Österreichische Seele ausschlaggebende Wirkung hatte. Welche, werde ich noch herausfinden.
Die Zeit davor hätte ich gerne miterlebt. Die Atmosphäre muss so anders gewesen sein, als die im heutigen Wien (wo ich übrigens lebe!).

Im Moment lese ich "The Little Book", einen amerikanischen Roman über diese Zeit. Ein Rockstar aus den 70ern macht eine Zeitreise ins Imperialistische Wien. Hört sich extrem bescheuert an, hat aber doch irgendwo literarischen Anspruch und kombiniert ihn, auf sehr amerikanische Weise, mit ein bisschen Science Fiction und starken gefühlsbetonten Bildern.
Gar nicht so schlecht bis jetzt.

10.1.10 19:07


Stefan Zweig - Die Welt von Gestern

Das habe ich vor etwa einem Jahr geschrieben:



Ich lese gerade Stefan Zweigs Die Welt von Gestern.

Ich bin beeindruckt von diesem Buch, so, dass ich es nicht in angemessene Worte fassen kann. Es ist klar, Zweigs schriftstellerische Eleganz haben schon einige vor mir bewundert. Aber was ich aus diesem Buch lerne, die Epoche Zweigs sowie sein Leben betreffend, und gleichzeitig über die Sprache selbst, ist mir einen Kommentar wert.

Zweig beginnt sein Buch so wie sein Leben, der Charakter unerfahren und rein an Lebensenergie. Die Vorstellungen seiner Jugend und sein Idealismus bewegen mich auf dieselbe ergreifende Weise, wie der Schriftsteller davon erzählt. Man folgt seinen Handlungen und Gedanken schnell wie den eigenen. Wenn man selbst schreibt, und oft versucht, der Ästhetik der Worte gerecht zu werden, so reißt einen derselbe Ehrgeiz des jungen Zweig mit.

Die Werke der Dichter, die er anbetet, sind mir oft unbekannt, trotzdem kann ich mir ausmalen, wie ihre vielleicht selbst unvollkommenen Arbeiten den jungen Autor begeistern. Er bewundert sie mit derselben Energie, mit der ich einen Song bestaune, auch wenn er vielleicht nicht außergewöhnlich ist. Für mich ist er jedoch neu, aufregend, und in sich vollkommen. So wie Zweig Hofmannsthal glorifiziert, so mache ich vielleicht meine gerade aktuelle Lieblingsband mit der selben Energie zum Ideal.
Trotzdem Zweig seine eigene Jugend im Mantel der Unschuld beschreibt, wirkt seine Erfahrung in die Erzählung ein. Er schildert die damalige Zeit vorstellbar, so jugendfeindlich, wie sie für ihn gewirkt haben muss. Die Angst der Älteren vor der Energie, der Spontaneität der Heranwachsenden erklärt er jedoch mit dem Wissen des Überlebenden, der im Nachhinein die Gesellschaft kritisch durchleuchtet. 
Die Flucht der Jugend in eine eigene Welt voll abstrakter Schönheit und Vollkommenheit ist darum ebenso verständlich, sie wirkt so natürlich, als hätte man selbst diese Zeit erlebt. Während die einen die Musik verherrlichen, widmen sich die anderen der Dichtung, doch egal durch welche Passion, man muss der realen Welt entfliehen.

Und man wird sich bewusst, wem geht es heute anders? Wer braucht nicht in diesem Leben einen Fluchtpunkt, eine Bahn, durch welche die beschränkte, gefangene Energie auf ein Ziel konzentriert werden kann?
Ob ich die Musik wähle, oder das Schreiben, oder das Zeichnen, fast jede Kunst wirkt als Befreiung von den Grenzen des Alltags.

Später hat Zweig die Schule hinter sich gebracht und die geregelten Tage abgesessen. Er wagt einige Schritte hinaus ins Licht der freien Welt, und ihre Anziehungskraft wird so stark, dass der Sog ihn nicht mehr loslässt.
Der junge Schriftsteller, der sich selbst als solcher noch nicht sieht, geht hinaus und lässt das Treiben auf sich wirken. Unter dem Deckmantel eines Philosophiestudiums zieht er durch Europa und erlebt die verschiedenen Kulturszenen, er trifft Künstler und Dichter aus den größten Städten mit dem weitesten Ruf.
Er selbst hat schon ein wenig publiziert und trotzdem verschlägt es ihm jedes Mal die Sprache, wenn er Rilke oder Hofmannsthal oder einen anderen der großen Vorbilder trifft. Er sieht, hört, staunt und die geballte Kraft und Energie der Welt wirkt auf ihn ein.
Und dieses Gefühl ist es, das jeder erleben sollte. Neue Standpunkte trifft man mit neuen Leuten; in jeder fremden Stadt, in der man verweilt, erlangt man genug Eindrücke, um ein Leben lang davon zu erzählen. Und die Menschen, die man womöglich ein Stück begleiten darf, wird man nie vergessen.

Doch auch diese Weite an neuem Wissen, an neuen Erfahrungen, muss ein Ende haben, um sie zu verarbeiten. Als Zweig nach Wien zurückkehrt, besitzt er eine reiche Fülle an Erlebnissen und hat genug gelernt, um sein eigenes Werk zu beginnen.
Wie man sich fühlt als erst teilweise gereifter Künstler, ich kann es nachvollziehen. Doch er, der er so viel mehr gesehen hat, so viel mehr kann, muss auch so viel eher sein eigenes Unvermögen einsehen. Ich kann mich mit Geringeren vergleichen als Zweig, der die Besten kennen gelernt hat.
Und nun sitzt er in Wien und soll in ihre Fußstapfen treten. Vor einem leeren Blatt fällt einem wohl bald etwas ein. Aber was, und wie wenig vollkommen kommt es ihm vor? Die erste Kritik ist die schwierigste, mit den kleinen Aufsätzen vor seinen Reisen ist dies nicht zu vergleichen. Ich selbst warte noch darauf, wie der erste Leser persönlich über mein Schreiben urteilt, und das Urteil kann für mich Himmel oder Vernichtung bedeuten.

Doch bei Zweig sorgen das Talent, das er wohl besitzt, in Gemeinschaft mit dem Gelernten dafür, dass seine ersten zaghaften Versuche ihr verdientes Gehör finden. Sobald er sicher genug ist, ihrer Lob wert zu sein, publiziert Zweig und wird mit angemessener Würdigung belohnt.    

***

Der junge Autor baut sich nun langsam ein Leben auf, eine Karriere, ein weites Freundesnetz aus den Kontakten seiner Reisen. Er ist erwachsen geworden, sowohl menschlich als auch literarisch und Fans sowie Kritik würdigen sein Werk. Mit mehr Erfahrung wächst sein Weitblick und bald entwickelt sich Zweigs junge, impressionistische, idealistische Kunst zu einer praktischen, weltlichen mit Weitblick.
Doch erst der Beginn des Weltkriegs 1914 fordert Zweigs politische Ader. Zweig hatte es geahnt, doch nicht wahrhaben wollen, dass die diplomatischen Feindseligkeiten im Hintergrund und kleineren politischen Konflikte tatsächlich durch den Krieg europäische Realität werden sollten. Nun ist der junge Schriftsteller losgerissen von der kosmopolitischen Welt, in welcher er zuvor verkehrte. Abgeschnitten von seinen Freunden, ist er in einem aufgehetzten Österreich gefangen. Kriegerisch sprechen alle nur noch vom Feind in fremden Ländern. Der Hass gegen alles nicht Österreichische, nicht Deutsche greift auch auf seine Autorenkollegen über.

Die ergreifende, und doch klare Weise, in der Zweig von diesen Tagen erzählt, lassen einen fühlen, wie der plötzliche Verlust von Menschlichkeit und Toleranz in seiner Welt ihn bestürzte. Man versucht sich zu erklären, wie ein Land, ganze Völker verblendet werden konnten von der Propaganda der Kriegstreibenden. Alle wollten den Krieg, doch wer wünschte ihn wirklich? Es scheint unmöglich, dass so etwas heute geschieht, denkt man. Doch was anderes ist Tatsache in den Vereinigten Staaten, wo der Kampf gegen den Terror plötzlich Massen bewegte, die ihn zuvor nicht fürchteten?

Zweig jedenfalls kann nicht glauben was seinen Freunden, seinen Geistesgefährten geschieht. Zuvor noch Humanität und Frieden fordernd, dichten sie nun Hassgedichte auf die Franzosen, auf die Belgier, den Feind. Er selbst versucht, doch hoffnungslos halbherzig, diese zu bekehren. Mit seiner für die Zeit zu wenig radikalen, zu wenig reißerischen Mahnung gegen den Krieg ist er erfolglos.
Zwar unternimmt er einige Versuche, Kontakt mit anderen Pazifisten Europas aufzunehmen, doch erreicht er nicht sein Ziel. Zweig ist sich bewusst: einen Krieg wird er nicht stoppen können.
Als erst Monate später unter seiner Erwartung von Protesten Zweigs Antikriegsdrama „Jeremias“ erscheint, ist der Großteil der Bevölkerung bereits entgeistert vom Krieg. Das Leid, das dieser notwendigerweise mit sich trägt, hat sie enttäuscht. Auch bringt er nicht die erwarteten Verbesserungen, im Gegenteil: Österreich ist verstümmelt, sowohl die Menschen als auch die Grenze. Niemand hält es für lebensfähig, doch es muss existieren. Die Siegermächte verbieten den Anschluss an Deutschland, der Ausschluss zu dieser Zeit wohl Grund für die schwache Gegenwehr zwanzig Jahre später.

Diesen Krieg hat Zweig ohne Schwierigkeiten überlebt. Er schildert ihn als eine Zeit, in der Intellektuelle noch Einfluss hatten. Geistlose Propaganda ist den Menschen noch fremder, die an das geschriebene Wort, an die geistige Freiheit der Schriftsteller glauben. Noch will jeder gebildet und gut sein. Der Krieg selbst ist den Politikern sogar peinlich, welche zuvor Humanität und menschlichen Bruderschaft gerufen haben.

Dies unterscheidet diesen von dem Krieg der kommen soll. Mit Weitblick beschreibt Zweig die Entwicklung der Menschen, der öffentlichen Meinung, der Einstellung einer ganzen Generation. Zuvor ist die Gesellschaft im Glauben an den Kaiser, an Beständigkeit, and Sicherheit friedlich aufgewachsen. Diese hat sich verändert zu einer Menschheit, die vor allem Misstrauen hat: gegen die Politiker, die Obrigkeit, Sicherheit, den Krieg, Bahnfahrzeiten und ein geregeltes Leben. Darum stehen die ersten Jahre der Nachkriegszeit im Zeichen der Revolution, des Protestes, der Reaktion. Alles veränderte sich ins Radikale, sowohl Politik, als auch Kunst. Zweig, der in beiden Kriegen gelebt und sie gleichfalls miterlebt hat, schildert diese Radikalisierung objektiv. Er erkennt die reinigende Wirkung an, welche die Lossagung von allem Althergebrachten, Traditionellen hat. Doch er erkennt bereits die Gefahr, die in einer so polarisierenden Lebenseinstellung liegt. Vor allem für ihn selbst kann eine Einstellung gefährlich werden, die alles Andersartige, nicht folgsam Mitmarschierende ablehnt.

So war Zweig auch nicht überrascht, wenn auch überaus besorgt über die nationalen Bewegungen, die allerorts aufkamen. Er beschrieb mit Schrecken einen Aufmarsch einer italienischen Burschenschaft, dem zufällig beiwohnte. Wieder warnte Zweig vor einer Gefahr, einer Tendenz, die nur zum Krieg führen konnte. Obwohl der Schriftsteller nicht an eine Wiederholung alter Fehler durch seine Mitmenschen glauben wollte, wurde er Zeuge des neuerlichen Aufrüstens, der Propagandarufe nach dem Kampf.

Hier enden Zweigs Ausführungen, sein Leben wandelte sich anders als er es geplant hatte. Schlussendlich ließ ihm die politische Realität keine Wahl, als sein Land zu verlassen. Die Flucht nach London, später nach Südamerika, nahm ihm jedoch sein Lebenszentrum. Die Atmosphäre des Fin-de-siècle, die Kaffeehäuser, die Intellektuellen seiner Zeit waren in ihrer Einzigartigen Wiener Kombination verschwunden, im Ausland konnte er auch mit seinen Gleichgesinnten kaum mehr regelmäßig verkehren. Seine Frau ging mit ihm, doch der sonstige Verlust der muttersprachlichen Umgebung erstickte Zweigs literarische Quellen. Er beging schließlich, nach dem Verfassen einiger die Einsamkeit und Isolation thematisierenden Werke, Selbstmord mit seiner Ehefrau. Zweig verließ die Welt, deren Entwicklung und Menschen ihn so enttäuscht hatten.

10.1.10 18:54


Bruchstück eines neuen halbfertigen Songs. Hatte schon eine zweite Strophe, die mir im Bett eingefallen ist, aber weil ich sie nicht aufgeschrieben hab, war sie in der Früh weg. 
Mal schauen, ob ich ihn noch überarbeite.

(g dur)

I guess it's the same old story
of a boy and a girl meeting up
a good time two happy hearts
and a vision not to stop
and i thought well if this is not meant to last
i still could walk away
if one of us is to be left back
it won't be me
but i was wrong, damn wrong
i never felt that wrong
i let myself go, got in too deep
and i was left to fall

10.1.10 17:49


Wieso eigentlich nicht?

Gedanken zum Text drunter.

Wenn man mir vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich so normal werde.
Heute habe ich ein gutes Leben, viele liebe Freunde, eine komplizierte Familie, studiere, gehe fort, kämpfe ums Autofahren-dürfen, habe Liebesprobleme. Ganz normal. Absolut normal.
Wenn man das mit 14 nur schon wüsste.
Mit diesem Alter ist es schwer. Die Welt liebt dich entweder, oder hasst dich. Nichts ist gut, viel ist schlecht, das meiste is beschissen kompliziert.
Es wird im Lauf der Jahre schwieriger, wieder leichter, zeitweise schwebst du doch über allen Wolken. Nur das Liebeschaos habe ich großteils ausgelassen, meine Beziehungen haben sich alle im Kopf abgespielt. In die Realität wechseln diese Dinge erst jetzt. Was es etwas leichter macht, aber nicht viel. Mit 18 kennt man sich eben doch kaum mehr aus als mit 15. Selbstfindung? Da muss jeder durch. Wer kennt sich schon selbst? Ha, ich sicher nicht. Wohl niemand. Höchstens dann mit 88, wenn du dein Ur-ur-großenkel in der Wiege schaukelst und ihnen am liebsten den ganzen Weg ersparen würdest.
Das Leben ist hart, am leichtesten hat man es als Kind. Die richtig großen Probleme warten als Erwachsener auf dich. Aber nie kämpfst du so gegen dich selbst wie in der Pubertät.
 
26.12.09 23:10


Confusion

Hab ich vor zwei Jahren geschrieben... ist nicht wirklich überarbeitet, aber mir vor kurzem wieder untergekommen. 

Die Mikrowellenuhr blinkt. Die leuchtgrünen Ziffern sind wieder eine Minute weitergesprungen. Achtundfünfzig. Sieben Uhr achtundfünfzig.

„Verdammt.“

Hastig ziehe ich meine Schuhe unter dem weißen Kasten hervor. Meine hellblauen Chucks, ich liebe sie. Hoffentlich sind sie für heute warm genug.
Ich ziehe sie schnell über meine Füße. Binde die Masche, doppelt, schlage dann meine Socken darüber. Damit die Bänder nicht heraushängen.
Der Schal, nur ebenso hastig zwei Mal um den Hals gewickelt. Und darüber die Jacke.
Meine schwarze Schultasche steht schon da, ich nehme sie und hänge sie mir mit einem Schwung über die Schulter. Dann fällt mir ein, dass mein iPod noch oben liegt. Stiegen hinauflaufen, da liegt er, wieder rasch hinunter.
Noch einmal alles vor dem Spiegel in Ordnung gebracht, mein Schal hängt heraus, und dann flitze ich aus der Tür. Zusperren, den Schlüssel zwei Mal herumdrehen, abziehen und in die Tasche damit. In das kleine Fach, das am weitesten links liegt.
Und jetzt mit Vollgas zum Bus. Jederzeit damit rechnend, dass er vorne vorbeifährt. Der Abstand zur Haltestelle wird kleiner.
Da ist er schon. Aber ich habe nur mehr zwanzig Meter. Gottseidank steigt jemand anderer auch hier ein. Ich bremse bei den letzten paar Schritten zur Bustür ab. Steige über die Stufe hinein.
Da hinten sitzen S und K, aber zu weit weg, um sich jetzt noch durch alle durchzuschieben. Es sind ja nur zwei Stationen, bis zur Schule. Stattdessen sage ich „Hallo“. Zu M, die ebenfalls bei meiner Bushaltestelle einsteigt. Sie ist ein Jahr jünger als ich. Und wir reden immer nur über Mode. Oder die Schule. Mit M rede ich meistens über Mode.
Ihre neuen Stiefel sehen aus als hätten sie 20€ gekostet. Aber nicht im positiven Sinn. Tussig.
Die von gestern waren dafür echt schön. Es wechselt sich ab, ob mir ihr Outfit gefällt, approve- oder disapprovement. Klingt bescheuert. Aber es drückt aus.
Ich drücke auf den Halteknopf. Nur so. Einer drückt immer vor mir. Manchmal vergesse ich. Irgendjemand drückt immer. Außer einmal, als der Bus an der Schule vorbeigefahren ist. Als er zwar voll mit 50 Gymnasiasten war, aber alle 50 vergaßen, zu drücken.
Das war der Frust der Busfahrer. Im Winter ist es noch schlimmer. Kälte, alle mit dicken Winterjacken, Dreck, Nässe, Enge, Lärm, Stress. Im Winter fahren fast alle Schüler mit dem Bus. Nicht jeder Elternteil spielt gerne Lieferdienst. Vor allem im Winter nicht, eben.
Die Türen gehen auf. Ich lehne mich ein wenig zur Seite, dann kann ich schnell aus dem Bus hüpfen, bevor die Massen nachströmen. Neben der Bushaltestelle warte ich kurz auf K und S. Da sind sie. Manchmal schlecht gelaunt. Manchmal gut. Manchmal eine so, eine so. Heute ist ein guter Tag. Beide lachen. „Ich habe kalte Hände,“ sage ich. „Ja eh, ich auch.“ Zeigen mir ihre frierenden Hände. Das macht man halt so. Das Wetter ist das einzige was sich seit dem Vortag geändert hat. „Und, was hast du gestern gemacht?“ „Training.“ „Wie war’s?“ “Eh cool.” Lüge. Aber man kann ja nicht erklären, warum das Training nicht so toll war. Zu kompliziert. Sie verstehen das nicht, den Verein. Zwei meiner besten Freundinnen. Ich kann über alles mit ihnen reden. Über manchen Dinge kann man mit den besten Freundinnen nicht reden. Ich zumindest. Was weiß ich. Eigentlich war das Training eh cool. So wie ich gesagt habe.
Ich habe mich ganz wohl gefühlt. 50% der Zeit. Das ist ok. Nichts extrem Peinliches. Ich habe die Mädels alle sehr gern. Es ist schwierig.
„Ja, eh cool. Wir haben Trainingsmatch gespielt, ich habe im besseren Team gespielt.“ „Couol.“ Ein kühles Cool. Soll interessiert klingen. Ist aber kühl. Interesse ist anders, wie von der N zum Beispiel. Von der S bekommen ich meistens nicht mehr als ein couol. Wieso? Keine Ahnung. Kann ich darüber reden? Nein.
S freut sich, dass der P gestern überraschend bei ihr vorbeigekommen ist. Ich sage „Cool“. Ein kühles Cool. S ist beleidigt, dass ich mich nicht freue. „Was is los?“ “Nix.”
Die K ist nicht so gut drauf. Es geht. Vorher haben sie noch gelacht, vielleicht haben sie etwas zu zweit besprochen, ohne Freund kenne ich mich da halt nicht so aus.
Später am Klo: S: „Paris oder Amsterdam?“ Die Frage. Immer. „Hm ich glaub eher Amsterdam.“ „Wiesoouo?“ „Ja, keine Ahnung. Weiß ich nicht. Er geht in die Sechste.“ „Na geeeh.“ Die K fragt: „Wieso na geeh?“ „Ich hoffe immer auf Paris!“ Die S hofft für mich auf Paris. Wie schön, dass man für mich hoffen muss. Dafür sehe ich besser aus. Und glücklich sind die beiden auch nicht. Wer sagt, dass man mit Freund nichtsoganzglücklich sein muss? Kann man nicht auch ohne Freund nichtsoganzglücklich sein? Und eigentlich bin ich glücklich.
Die N war nicht besser. „Ja schau A, ich sag ja eh wenn du öfter fortgehn würdest...!“ WHAT the hell soll das heißen? Gelte ich als hoffnungsloser Fall bei denen, oder was.
Leckt mich doch alle mal. Fuck you all.
Wir haben über unsere Eltern geredet. „Ich hatte ne Zeit, da hab ich dauernd gestritten mit meinen Eltern.“ „Ja ich auch, aber im Moment geht’s eigentlich.“ „Ich streit mich immer mit meinem Vater.“ Dann meine Wortmeldung. „Ja, ich streit eigentlich immer nur wegen dem Weggehn, das is so blöd.“ Erwarte mir Mitgefühl, oder, eigentlich gar nicht, eher Aufmunterung. Dann Ks Antwort: „Ja duu, A.“ Achso, ich bin die, die sowieso eine Scheiß-Beziehung zu ihren Eltern hat? Achso? Thank you, once again, and fuck you.
Ich liebe meine Eltern. Unsere Beziehung ist eigentlich super, ich könnte mit allem zu ihnen kommen. Aber meine Probleme sind nicht wirklich aussprechbar. Also nützt mir jeder Zuhörer nichts. Wieso erlauben sie mir nicht, so lange wegzugehen, wie ich will? Dann könnte ich massenhaft Typen aufreißen, und dann wäre mein Image super. Echt toll wäre es dann.
Jaja, alle Probleme wären weg, wenn ich das nur dürfte. Schwachsinn, so ein Scheiß. Wenn ich das nur glauben könnte. Dann wäre ich, bis auf das, superglücklich. Aber so ist es ja nicht. Dann findet man sich etwas anderes. Es ist immer etwas da, das einem am Arsch geht. Manchmal kann ich darüber reden, manchmal nicht. Meistens eher nicht. Aber das macht nichts. Ich liebe meine Freunde. Ich liebe meine Eltern. Ich liebe meinen Sport. (Freund habe ich zwar keinen, aber das muss ja nicht sein.) Das kann ich ehrlich sagen. Aber wer sagt etwas, über die Dinge dazwischen?
Wir gehen in die Klasse. Ich als erste. (Grüße. Wo sind die Antworten?) Ich gehe immer entweder vorneweg oder hintennach. Bei allem eigentlich. Wo bin ich durchschnittlich? Die Glocke läutet. Ich nehme einen Zettel und schreibe auf. Nein, natürlich nur in Gedanken:
Intelligenz: Super
Aussehen: Super
Gutes Herz: eher gespalten: bei manchen Dingen sozial, bei anderen egoistisch.
Coolness: Super....oder vielleicht Scheiße? Ich weiß es nicht.
Kann aus sich herausgehen: Scheiße
Kann gut auf Leute zugehen: Scheiße
Kann gut über ihre Probleme reden: Scheiße
 
Und alles andere ist absolut gespalten: beliebt: JA! und NEIN!
Viele Freunde: JA! und NEIN!
Gutes Verhältnis mit ihren Eltern: JA! und NEIN! (Wenn man sich eigentlich super versteht? Aber da was zwischen einem steht, was nur eine Seite weiß? Oder man nicht über das Wesentliche reden kann?)
 
Glücklich.? Ja.    und Nein.
26.12.09 23:08


Songtext: Life

Das ist der Beginn von einem Song, den ich gerade schreibe (vor allem beim ref bin ich mir bei den akkorden noch nicht sicher... und dann fehlt natürlich noch was ) (und dass "engaged" da nicht ganz passt, weiß ich auch...aber es ist mir so eingefallen, vielleicht kommt noch was besseres):


G
hardly ever dreaming
Am
reaching for her aims
C
searching for the right way
G
yet everywhere engaged

G oder F?
was this girl from the big city
Am
that wasn't that big at all
C
but wide enought & high enough
G
to give her what she wants

                 C     G              F                  C
and that is life, life, from every point of view
C               G              F                       C
old world, new world, breaking up and through
1.11.09 01:48


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