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It just takes some time, little girl you're in the middle of the ride, everything's gonna be alright everything's gonna be just fine!

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Confusion

Hab ich vor zwei Jahren geschrieben... ist nicht wirklich überarbeitet, aber mir vor kurzem wieder untergekommen. 

Die Mikrowellenuhr blinkt. Die leuchtgrünen Ziffern sind wieder eine Minute weitergesprungen. Achtundfünfzig. Sieben Uhr achtundfünfzig.

„Verdammt.“

Hastig ziehe ich meine Schuhe unter dem weißen Kasten hervor. Meine hellblauen Chucks, ich liebe sie. Hoffentlich sind sie für heute warm genug.
Ich ziehe sie schnell über meine Füße. Binde die Masche, doppelt, schlage dann meine Socken darüber. Damit die Bänder nicht heraushängen.
Der Schal, nur ebenso hastig zwei Mal um den Hals gewickelt. Und darüber die Jacke.
Meine schwarze Schultasche steht schon da, ich nehme sie und hänge sie mir mit einem Schwung über die Schulter. Dann fällt mir ein, dass mein iPod noch oben liegt. Stiegen hinauflaufen, da liegt er, wieder rasch hinunter.
Noch einmal alles vor dem Spiegel in Ordnung gebracht, mein Schal hängt heraus, und dann flitze ich aus der Tür. Zusperren, den Schlüssel zwei Mal herumdrehen, abziehen und in die Tasche damit. In das kleine Fach, das am weitesten links liegt.
Und jetzt mit Vollgas zum Bus. Jederzeit damit rechnend, dass er vorne vorbeifährt. Der Abstand zur Haltestelle wird kleiner.
Da ist er schon. Aber ich habe nur mehr zwanzig Meter. Gottseidank steigt jemand anderer auch hier ein. Ich bremse bei den letzten paar Schritten zur Bustür ab. Steige über die Stufe hinein.
Da hinten sitzen S und K, aber zu weit weg, um sich jetzt noch durch alle durchzuschieben. Es sind ja nur zwei Stationen, bis zur Schule. Stattdessen sage ich „Hallo“. Zu M, die ebenfalls bei meiner Bushaltestelle einsteigt. Sie ist ein Jahr jünger als ich. Und wir reden immer nur über Mode. Oder die Schule. Mit M rede ich meistens über Mode.
Ihre neuen Stiefel sehen aus als hätten sie 20€ gekostet. Aber nicht im positiven Sinn. Tussig.
Die von gestern waren dafür echt schön. Es wechselt sich ab, ob mir ihr Outfit gefällt, approve- oder disapprovement. Klingt bescheuert. Aber es drückt aus.
Ich drücke auf den Halteknopf. Nur so. Einer drückt immer vor mir. Manchmal vergesse ich. Irgendjemand drückt immer. Außer einmal, als der Bus an der Schule vorbeigefahren ist. Als er zwar voll mit 50 Gymnasiasten war, aber alle 50 vergaßen, zu drücken.
Das war der Frust der Busfahrer. Im Winter ist es noch schlimmer. Kälte, alle mit dicken Winterjacken, Dreck, Nässe, Enge, Lärm, Stress. Im Winter fahren fast alle Schüler mit dem Bus. Nicht jeder Elternteil spielt gerne Lieferdienst. Vor allem im Winter nicht, eben.
Die Türen gehen auf. Ich lehne mich ein wenig zur Seite, dann kann ich schnell aus dem Bus hüpfen, bevor die Massen nachströmen. Neben der Bushaltestelle warte ich kurz auf K und S. Da sind sie. Manchmal schlecht gelaunt. Manchmal gut. Manchmal eine so, eine so. Heute ist ein guter Tag. Beide lachen. „Ich habe kalte Hände,“ sage ich. „Ja eh, ich auch.“ Zeigen mir ihre frierenden Hände. Das macht man halt so. Das Wetter ist das einzige was sich seit dem Vortag geändert hat. „Und, was hast du gestern gemacht?“ „Training.“ „Wie war’s?“ “Eh cool.” Lüge. Aber man kann ja nicht erklären, warum das Training nicht so toll war. Zu kompliziert. Sie verstehen das nicht, den Verein. Zwei meiner besten Freundinnen. Ich kann über alles mit ihnen reden. Über manchen Dinge kann man mit den besten Freundinnen nicht reden. Ich zumindest. Was weiß ich. Eigentlich war das Training eh cool. So wie ich gesagt habe.
Ich habe mich ganz wohl gefühlt. 50% der Zeit. Das ist ok. Nichts extrem Peinliches. Ich habe die Mädels alle sehr gern. Es ist schwierig.
„Ja, eh cool. Wir haben Trainingsmatch gespielt, ich habe im besseren Team gespielt.“ „Couol.“ Ein kühles Cool. Soll interessiert klingen. Ist aber kühl. Interesse ist anders, wie von der N zum Beispiel. Von der S bekommen ich meistens nicht mehr als ein couol. Wieso? Keine Ahnung. Kann ich darüber reden? Nein.
S freut sich, dass der P gestern überraschend bei ihr vorbeigekommen ist. Ich sage „Cool“. Ein kühles Cool. S ist beleidigt, dass ich mich nicht freue. „Was is los?“ “Nix.”
Die K ist nicht so gut drauf. Es geht. Vorher haben sie noch gelacht, vielleicht haben sie etwas zu zweit besprochen, ohne Freund kenne ich mich da halt nicht so aus.
Später am Klo: S: „Paris oder Amsterdam?“ Die Frage. Immer. „Hm ich glaub eher Amsterdam.“ „Wiesoouo?“ „Ja, keine Ahnung. Weiß ich nicht. Er geht in die Sechste.“ „Na geeeh.“ Die K fragt: „Wieso na geeh?“ „Ich hoffe immer auf Paris!“ Die S hofft für mich auf Paris. Wie schön, dass man für mich hoffen muss. Dafür sehe ich besser aus. Und glücklich sind die beiden auch nicht. Wer sagt, dass man mit Freund nichtsoganzglücklich sein muss? Kann man nicht auch ohne Freund nichtsoganzglücklich sein? Und eigentlich bin ich glücklich.
Die N war nicht besser. „Ja schau A, ich sag ja eh wenn du öfter fortgehn würdest...!“ WHAT the hell soll das heißen? Gelte ich als hoffnungsloser Fall bei denen, oder was.
Leckt mich doch alle mal. Fuck you all.
Wir haben über unsere Eltern geredet. „Ich hatte ne Zeit, da hab ich dauernd gestritten mit meinen Eltern.“ „Ja ich auch, aber im Moment geht’s eigentlich.“ „Ich streit mich immer mit meinem Vater.“ Dann meine Wortmeldung. „Ja, ich streit eigentlich immer nur wegen dem Weggehn, das is so blöd.“ Erwarte mir Mitgefühl, oder, eigentlich gar nicht, eher Aufmunterung. Dann Ks Antwort: „Ja duu, A.“ Achso, ich bin die, die sowieso eine Scheiß-Beziehung zu ihren Eltern hat? Achso? Thank you, once again, and fuck you.
Ich liebe meine Eltern. Unsere Beziehung ist eigentlich super, ich könnte mit allem zu ihnen kommen. Aber meine Probleme sind nicht wirklich aussprechbar. Also nützt mir jeder Zuhörer nichts. Wieso erlauben sie mir nicht, so lange wegzugehen, wie ich will? Dann könnte ich massenhaft Typen aufreißen, und dann wäre mein Image super. Echt toll wäre es dann.
Jaja, alle Probleme wären weg, wenn ich das nur dürfte. Schwachsinn, so ein Scheiß. Wenn ich das nur glauben könnte. Dann wäre ich, bis auf das, superglücklich. Aber so ist es ja nicht. Dann findet man sich etwas anderes. Es ist immer etwas da, das einem am Arsch geht. Manchmal kann ich darüber reden, manchmal nicht. Meistens eher nicht. Aber das macht nichts. Ich liebe meine Freunde. Ich liebe meine Eltern. Ich liebe meinen Sport. (Freund habe ich zwar keinen, aber das muss ja nicht sein.) Das kann ich ehrlich sagen. Aber wer sagt etwas, über die Dinge dazwischen?
Wir gehen in die Klasse. Ich als erste. (Grüße. Wo sind die Antworten?) Ich gehe immer entweder vorneweg oder hintennach. Bei allem eigentlich. Wo bin ich durchschnittlich? Die Glocke läutet. Ich nehme einen Zettel und schreibe auf. Nein, natürlich nur in Gedanken:
Intelligenz: Super
Aussehen: Super
Gutes Herz: eher gespalten: bei manchen Dingen sozial, bei anderen egoistisch.
Coolness: Super....oder vielleicht Scheiße? Ich weiß es nicht.
Kann aus sich herausgehen: Scheiße
Kann gut auf Leute zugehen: Scheiße
Kann gut über ihre Probleme reden: Scheiße
 
Und alles andere ist absolut gespalten: beliebt: JA! und NEIN!
Viele Freunde: JA! und NEIN!
Gutes Verhältnis mit ihren Eltern: JA! und NEIN! (Wenn man sich eigentlich super versteht? Aber da was zwischen einem steht, was nur eine Seite weiß? Oder man nicht über das Wesentliche reden kann?)
 
Glücklich.? Ja.    und Nein.
26.12.09 23:08
 


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