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It just takes some time, little girl you're in the middle of the ride, everything's gonna be alright everything's gonna be just fine!

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Die vermeintliche Wahrheit. Geschichte einer traurigen Selbsterfahrung.
 

Es ist nicht immer gut, sein Leben auf einem Tablett vor sich herzutragen, wie es in social networks wie facebook und studiVZ passiert. Das ist die Erfahrung, die du einmal machst. Es geht nicht schleichend, nicht langsam. Schlagartig bemerkst du es.
 
Und zwar dann, wenn dein social network-profil längst nicht mehr dich, sondern bloß deine Partynächte darstellt. Es zeigt bloß das, was publicitytauglich ist. Geeignet, das Image als großartiger, geselliger Mensch mit vielen Freunden und viel Spaß zu unterstützen
 
Du bemerkst es auch dann, wenn du Menschen kennen lernst, die bereits alles über dich zu wissen scheinen. Und vor allem dann, wenn du das Gefühl hast, aufgrund einer Internetseite bewertet zu werden. Nicht ausschließlich, aber auch, und zu einem immer größer werdenden Teil.
 
Und deine zwischenmenschliche Beziehung hat nichts Geheimnisvolles mehr. Neugier ist nicht notwendig, Interesse höchstens beschränkt. Erzählungen und Antworten werden unterbrochen mit „Richtig, das hab’ ich auf facebook gelesen!“.
Und du kannst nichts mehr verbergen, um dich vor einem durchbohrenden Blick zu schützen. Du bist wehrlos gegen die vermeintliche Wahrheit, die dir aber am Ende das tiefere, eigentliche Kennenlernen verwehrt.
 
Und der Moment der Erkenntnis kommt, wenn es Menschen betrifft, die es nicht betreffen soll. Die du magst, vielleicht sogar liebst. Sie fragen dich nach Dingen, die sie gar nicht wissen können! Oder tun es nicht, und vermeiden die Aussprache über ihre Gedanken zu deinem Profil. Oder sie glauben, was sie online sehen, entspricht tatsächlichen Persönlichkeit. Du bist geschockt. Und wenn der Augenblick der Erkenntnis da ist, bewirkt er zuerst das vollständige Löschen des Inhalts deines Profils. Dann vielleicht der Seite als ganzes. Denn das Gefühl macht Angst.
 
Und du willst lieber ganz andere Dinge tun. Ausgehn, mit angreifbaren Freunden reden. Menschen sehen. Die bescheuerten Gruppennamen vergessen, die Verbrüderung vortäuschen. Dabei hat doch JEDER schon mal in den Kühlschrank gesehn, wenn er nicht weiter wusste. Wer, der einen iPod hat, liebt ihn nicht? Und wer hätte nicht gern Strand vor seiner Tür?
Es ist unglaublich, wie man Sozialisierung mittels Generalisierung, Freundschaft mittels Selbstbezug (und -trug), Nähe durch Oberflächlichkeit imitieren und die angebliche Erreichung dieser Eigenschaften bis zur absoluten Pervertisierung ästhetisieren kann.
 

Man sollte jede Aktion auf facebook und Konsorten als (unwiderrufliche) Entscheidung ansehen. Und sie dementsprechened überlegen. Jede Öffentlichkeit sollte eine gewisse persönliche Privatsphäre bewahren, sie nur umschließen, anstatt sich mit ihr zu identifizieren. So auch die virtuelle nicht.

 
Wie befreiend es ist, alles rückgängig zu machen. Schade, dass man manches nicht rückgängig machen kann. Und wie leicht es wäre, alles als "Jugendsünden" zu bezeichnen.
 
Aber sowie die Panik vor der Durchsichtigkeit nachlässt, lässt auch die eigene Konsequenz nach. Und bald zögert man, auch noch die ganzen tollen Fotoalben zu vernichten. Falls doch mal jemand was sehen möchte... und es sind ja so schöne Fotos!
 
Schrecklich.
1.2.10 00:34
 


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