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Die Chronik einer Party

 
Wenn man 18 wird, will man eine besondere Feier. Schließlich ist dieser Geburtstag ein großer Schritt, außerdem ist man nur einmal jung und ich darf sogar den Alkohol schon selber einkaufen. Leider muss ich ihn jetzt zum ersten Mal auch zahlen.
 
Also beginne ich, mir erst einmal Gedanken zu machen, wie viel mir eine richtig „fette Party“ wert ist. Dass ich bei mir zu Hause feiern würde, war schon länger ausgemacht. Einen Club zu mieten erscheint mir unpersönlich, meist weiß dann der Großteil der Freundesfreunde nicht mehr, wer überhaupt Gastgeber ist. Und sonst fallen mir wenige, eigentlich keine Lokations ein, die in mein Budget passen. Zum Glück bin ich in der Lage, die Fläche einer ganzen Wohnun mit Garten zur Verfügung zu haben. Ich habe mein Zimmer im ersten Stock, aber unten geht nicht zum ersten Mal die Party!
 
Der Ort steht also fest. Das Datum wird, wie immer im September, von verschiedenen anderen Familienfeiern festgelegt. Vor zwei Wochen feierte mein Opa, dann mein Cousin. Also diese Woche.
 
Und dann stellt sich mir als drittes die schwierige Frage: wie viele Leute kann ich einladen. Wenn ich mich beschränken will, wen lade ich dann NICHT ein? Eigentlich ist alles nur eine Frage des Geldes, ganz einfach: mehr Leute, mehr Alkohol. Schließlich stellt sich heraus, dass meine Eltern einen (Groß-)Teil der Rechnung übernehmen.
Also sind mir kaum Grenzen gesetzt. Ich schreibe los, eine Einladung per Mail über eine A4-Seite, in der großartig die „Open House Party“ angekündigt wird, die sich mein Geburtstag nennt. Ich schicke sie an 40 Kontakte, weitere 10-20 werden via Facebook, SMS oder mündlich verständigt. Wenn ich jemanden vergesse, werde ich zum Glück daran erinnert („Ich kann eh auch kommen, oder?&ldquo.
Mich plagen währenddessen die inzwischen bekannten Gastgeber-Sorgen: werden sie kommen, werden sie gern kommen? Wie viel „Verpflegung“ muss ich kaufen? Wollen die überhaupt auch was zu essen? Erwarte ich Geschenke? Wer nimmt doch noch die ungeliebten besten Freunde mit, und wer noch dazu ohne nachzufragen? Wieso noch einmal habe ich das ganze „Open House Party“ genannt? Und wieso zur Hölle tue ich mir das eigentlich an?
 
Einen Tag vor dem Event haben 27 Leute zugesagt. Einen Tag vorher! Dabei weiß ich, dass die Hälfte sich erst im Laufe eines Abends überlegt, wohin sie gehen! Das Ganze wächst mir über den Kopf. 50 sind zu viele. // Blödsinn, das wird super!! // Ich hätte echt nicht meine ganze Klasse einladen müssen! // Aber die kommen sicher pünktlich, dann ist es am Beginn nicht so leer! Und eigentlich magst du sie ja alle! // Wo sollen denn alle sitzen?? // Es wird sowieso ständig gekommen und gegangen, es werden nie 50 Leute gleichzeitig da sein! Vielleicht tanzen sie sogar endlich einmal! Beruhige dich!
 
Dieses Jahr bin ich aber allein! Keine Hilfe bei den Vorbereitungen, die üblichen Helferleins sind entweder im Ausland, der Arbeit oder wegen Krankheit ausgefallen!
Aber das wird schon. Immerhin habe ich jetzt schon ein bisschen Erfahrung im Party-schmeißen. Tatsächlich geht das Einkaufen mit Elternkraft überraschend schnell. In Rekordzeit ist das Wagerl (die Wagerl!) mit Spießchen, Käse und Würstel, Chips, Mischgetränken und Hochprozentigem gefüllt. Zu Hause richte ich noch Wohnzimmer, Küche und Terrasse her, dann kann’s losgehen. Was hier in einem Satz steht, dauert real 3 Stunden...
 
Aber schließlich ist es doch 19:45...und ich hab noch nicht Haare gewaschen!! Scheiße! In 15 Minuten werde ich nie fertig.
//
 
Als es um 20:01 an der Tür klingelt, bürste ich mir gerade zum letzten Mal die Haare. Draußen stehen R und C, alte Home-Party Hasen, mit viel Verständnis für hastige Vorbereitungen in letzter Minute. Nach ein paar Handgriffen stehen auch Aufstrichbrote, Spießchen und Bowle am Tisch, alles perfekt fertig. Als erst 6 Leute mit Drinks im Wohnzimmer stehen, bin ich ready.
 
Und dann geht es Schlag auf Schlag. Ständig kommen Gäste an, dieses Gefühl liebe ich. Naja, manche Begrüßungen fallen etwas seltsam aus. „Schön, dass du da bist! Wir haben zwar seit 3 Monaten null Kontakt, aber diese Party hätte ohne dich nicht stattfinden können!“ Das gilt aber für kaum einen Gast, habe ich doch schließlich alle lieb, die durch diese Tür kommen.
„Getränke stehen in der Küche, bedients euch und chillts einfach!“
//
Das hätte ich besser nicht gesagt. Um punkt 22 Uhr heißt es: „A, war das der ganze Alkohol?!“ Ich grinse wissend und hole die anderen 3 Vodka- und 2 Bacardiflaschen aus dem Küchenkastl. „Da unten ist auch noch Sekt und Weißwein. Und lassts die Bierkisten auf der Terrasse nicht so allein!“ Um kurz nach Mitternacht stehen wir leider vor dem selben Problem. Zum Glück sind aber alle schon genug betrunken, um die gute Laune nicht verpuffen zu lassen. In den letzten vier Stunden hat sich der anfängliche alkoholische Stehimbiss immer mehr in eine High School Party der Extraklasse verwandelt, die nun ihren Höhepunkt erreicht. Ich laufe von einer Gruppe zur anderen, nicht wissend, wo ich zuerst mitfeiern soll. „G, hast du eine Zitronenpresse??“ „?!“
Um 1 Uhr shaken sich alle auf der Tanzfläche weg. Wirklich jeder ist auf den Beinen, wenn auch einige nur auf dem Weg zur „Bar“ in der Küche. Und pünktlich zum Stimmungshoch kommen auch die „Stargäste“: meine Arbeitskollegen. Teilweise stolz, den ersten Bezirk nie zu verlassen, haben sie es doch aufs Landfestl geschafft. Ich bin deshalb wiederum ziemlich stolz, dass meine kleine Feier sie offensichtlich beeindruckt. Auch Transdanubier machen Party! Sportler, Schulkollegen und Friends feiern meinen Geburtstag und/oder sich selbst mit einem wahrhaftig „rauschenden Fest“.
(Stolz bin ich übrigens auch auf die Tatsache, dass von den Anwesenden nur fünf nicht eingeplant waren und ich von diesen fünf zumindest drei Namen kenne!)
 
Ich bin nun selbst auch im Glücksrausch, tanze mit fünf Leuten gleichzeitig und werde von meinem Lieblingskollegen zum „ersten Tanz mit dem Geburtstagskind“ aufgefordert. Ich mache das ganz gut, denke ich, und erwarte im selben Moment, über meine eigenen Füße zu fliegen. Doch nichts dergleichen passiert, halbwegs elegant drehe ich mich auf der Tanzfläche. „Puh, Test bestanden!“ Meine andere liebe Kollegin hat mir doch wirklich drei Geschenke mitgenommen. Unter anderem einen echt genialen Schokokuchen. Die dritte hat Whiskey gebracht, ich laufe los, den Bündelmayr-Sekt einkühlen. Natürlich vergesse ich dann darauf und genieße einfach die Zeit tanzend und auf der Terrasse rauchend.
 
Doch so Wahnsinnsparty kann man nicht lange machen. Bald verabschieden sich die ersten Gäste, die nicht etwa noch fortgehen, sondern schon ins Bett! Nach einer guten Stunde wollen auch meine Kollegen den Heimweg antreten, meine Klasse zerstreut sich ebenfalls. Einige Unbekannte haben die Terrasse in Beschlag genommen. Auf den zweiten Blick kann ich doch Gesichter zuordnen. Drinnen wird es leerer, doch die Verbliebenen machen doppelt so viel Lärm. Als die Anlage doch noch eine Spur lauter dröhnt, rufen zum ersten Mal meine Eltern an. Aber man wird nur einmal 18! Nachdem ich mir das dreimal gesagt habe, lege ich das Handy in eine Ecke (drehe die Anlage feige doch eine Spur leiser) und bin wieder auf der Tanzfläche.
 
Um drei ist das Essen längst weg, Alkohol wird gerade bei der Tankstelle nachgekauft. Wieder was gelernt, 50 Leute brauchen doch mehr zu trinken als 30. Hm, wieso eigentlich? Meine Gedanken laufen schon ein wenig unrund, aber mir geht’s wie den Gästen bestens. Nur zwei mussten heimgebracht werden, aber auch das verlief ohne Probleme. Ich glaube, wir werden doch erwachsen. Diesen Gedanken muss ich erst revidieren, als ich am nächsten Tag meinen Laptop in einer Vodka-Orange-Lache vorfinde. Zum Glück ist er offenbar nicht durstig.
 
Der Abend zieht sich nun für mich schon ein wenig in die Länge. M kommt von einer anderen Party zurück, einer der wenigen Treuen aus meinem engeren Freundeskreis. I und K zählen da normalerweise natürlich auch dazu, aber auf Parties gelten andere Regeln. N war nach Überlegen aber auch um elf da. F hat leider nicht vorbeigeschaut, R, was mich aber nicht sehr erstaunt hat, auch nicht.
 
Inzwischen ist es 10 vor vier. Nur mehr ein paar aus dem Verein sind da, außerdem N, M und ein neuer Freund, den er im Bus getroffen hat. Gerade zuvor. Gut zu wissen. Die anderen „Überraschungsgäste“ kannte ich zumindest. Andererseits, G war nicht einmal mehr überraschend, er schafft es auch ohne Einladung auf jede meiner Parties. L wurde von T mitgebracht und die beiden verbrachten einen tollen Abend, sich in ihrer gegenseitigen Coolness sonnend. Aus meinem Team waren ein paar Mädels da, die ich zuvor noch nicht wirklich gekannt habe. Ich glaube, sie und ich haben von und nach diesem Abend einen positiven Eindruck gewonnen!
Einige meiner Freunde habe ich nach Langem endlich wieder gesehn, was mich sehr gefreut hat. Es war die Aufregung wert!
 
Um viertel fünf fallen N, M und ich schließlich ins Bett. Mir tut mein Fuß weh vom Zusammenstoß mit Benny beim Fußball, mein Arm vom Sturz in den Rosenbusch. Ich bin angenehm betrunken und freue mich schon aufs Aufwachen. Endlich 18!
 
Nachsatz: ich habe am nächsten Tag geschätzte 3 Stunden geputzt. Mit Planung, Einkaufen und Vorbereitung habe ich einen ganzen Tag investiert. Wie gesagt: das war es wert.
 
 
 
1.2.10 00:52
 


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