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Artikel über den Islam und religiöse Toleranz

Der Tolerante Imam

Im Wiener Afroasiatischen Institut gibt es neben einigen anderen Einrichtungen Gebetsräume verschiedener afrikanischen und asiatischen Religionen. Gegen eine kleine Gebühr kann man sich sogar von Vertretern dieser Glaubensrichtungen einen kleinen Vortrag über ebendiese anhören. Auch ein islamischer Imam übt diese Vortragstätigkeit aus: unter anderem an dem Tag, als ich eine seiner Zuhörerinnen war.

Er lebt schon seit vielen Jahren in Österreich, spricht ein schönes, sehr differenziertes Deutsch und macht den Eindruck eines gebildeten Mannes. Er erzählt uns von den Grundprinzipien des Islams, erklärt die Unterschiede zum Christentum – und ist von unserem Unwissen offenbar innerlich erschüttert. Nein, ganz und gar nicht üben Imame eine Priesterfunktion aus!
Ein Moslem braucht keine Mittler zu Gott - ER ist immer bei dir und weiß, was du denkst und fühlst. Der Islam glaubt nicht an die Sonderstellung bestimmter Menschen!

Hört sich bisher nicht schlecht an. Auch ich habe mich nie damit anfreunden können, dass der Papst unfehlbare Entscheidungen treffen kann. Mir ist der direkte Bezug, der Gott im Islam zum Gläubigen hat und das Fehlen der strengen Institution Kirche sympathisch.

Der Imam spricht weiter. Die Scharia, das islamische Recht, ist kein bloßes Gebotssystem, wie es im Christentum existiert. Im Gegenteil umfasst sie ein ganzes Staatsrecht, das im islamischen Staat praktiziert werden muss. In Wahrheit, so hält es der Islam, ist ein vollkommenes gottesfürchtiges Leben nur in diesem islamischen Staat möglich.
– Aber was ist dann mit der Akzeptanz der österreichischen Gesetze? Es gibt doch bestimmt Widersprüche zur Scharia, fragt einer.
– Natürlich bin ich Moslem. Doch ich ordne mich dem österreichischen Recht unter, solange ich in Österreich lebe. Obwohl ich es ablehne, schwingt vielleicht leise mit?
Ich bin nicht sicher, er fährt fort.

– Der Prophet Mohammed predigte, dass die Verbreitung der Scharia Pflicht des Moslems ist.
– Ähnliche Zwecke verfolgten die Kreuzzüge: wollen Sie den islamischen Staat auch in Europa einführen?
– Ich akzeptiere, dass es auch andere Rechtsordnungen gibt. Solange ich diese nicht abschaffen kann, sagt möglicherweise ein leichter Unterton?

Ich fühle, dass die Demokratie gegen den gläubigen Moslem chancenlos ist. Der Glaube mag bei uns Privatsache sein, im Islam ist er res publica principia: erste Staatsangelegenheit. Dieser Unterschied mag wohl in der Altersdifferenz liegen, denn der um Jahrhunderte jüngere Bruder des Christentums hat Reformation und Aufklärung noch vor sich. Zwar hat auch diese Erkenntnis nicht das Potential, einen besänftigenden Alterungsprozess zu beschleunigen. Doch vermag sie vielleicht, unsere Sinne in Bezug auf einen interreligiösen Dialog ein wenig zu schärfen.
19.2.10 00:29
 


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